Gesetzliche Vorgaben für Ärzte in Deutschland

Verpflichtung zur Aufklärung und ärztliche Qualifikation gem. GenDG

Ärzte in Deutschland müssen folgende gesetzliche Vorgaben in der Betreuung Ihrer Patientinnen beachten:

 

Der Arzt ist verpflichtet, die Schwangere über NIPT aufzuklären

Im Rahmen der Richtlinie zur pränatalen Diagnostik von Krankheiten und Krankheitsdispositionen (Deutsches Ärzteblatt 100, Heft 9, S. A583) ist in Deutschland der behandelnde Arzt verpflichtet, jede Schwangere neben der Möglichkeit einer invasiven Diagnostik auch über die neuen nicht invasiven Pränataltests (NIPT) aufzuklären und aufgrund der potentiellen Gefährdung des Kindes durch invasive Eingriff im Rahmen der pränatalen Diagnostik die Möglichkeiten einer risikoarmen Diagnostik voll auszuschöpfen. Die Leitlinie zur Humangenetischen Diagnostik und genetischen Beratung der Deutschen Gesellschaft für Humangenetik und des Berufsverbandes Deutscher Humangenetiker® enthält unter Punkt 10.12 folgende Verpflichtung des Arztes: „Alle zur Verfügung stehenden und zu medizinischen Zwecken erhobenen Informationen und Befunde, welche dem Patienten eine selbstständige Entscheidungsfindung ermöglichen, müssen zugänglich gemacht werden.“ Ausdrücklich wird unter Punkt 2.1. festgestellt, dass dabei die Indikation auch in einer subjektiven Besorgnis des Patienten bestehen könne.

 

Ärztliche Qualifikation

In Deutschland muss die Patientin gemäß §10 Gendiagnostikgesetz (GenDG) vor und nach der Durchführung des PraenaTest® ergebnisoffen humangenetisch beraten werden. Daher kann der PraenaTest® in erster Linie von Ärzten angeboten werden, welche die Voraussetzungen nach §7 Abs. 1 und 3 GenDG erfüllen. Dies sind Fachärzte für Humangenetik oder andere Ärzte, die sich beim Erwerb einer Facharzt-, Schwerpunkt- oder Zusatzbezeichnung für genetische Untersuchungen im Rahmen ihres Fachgebietes qualifiziert haben. Da die Schwangere gemäß den Richtlinien der Bundesärztekammer (BÄK) auf alle Möglichkeiten der pränatalen Diagnostik, insbesondere die einer risikoarmen Diagnostik, hinzuweisen ist, muß der betreuende Arzt die nicht invasive Methode des PraenaTest® in den Aufklärungsgesprächen ebenfalls darlegen. Ist eine Schwangere an der Durchführung des PraenaTest® interessiert, so hat – je nach Qualifikation – der betreuende Arzt folgende Möglichkeiten:

  • Verweis der Schwangeren an ein spezialisiertes pränataldiagnostisches Zentrum
  • Verweis der Schwangeren zur humangenetischen Beratung an externe Fachärzte für Humangenetik sowie Anwendung des PraenaTest®in der eigenen gynäkologischen Praxis
  • Humangenetische Beratung der Schwangeren sowie Anwendung des PraenaTest® in der eigenen gynäkologischen Praxis
Gesetzliche Vorgaben zur Mitteilung des Geschlechts des ungeborenen Kindes

Das fetale Geschlecht darf in Deutschland gemäß § 15 Abs. 1 GenDG der Schwangeren mit ihrer Einwilligung nach Ablauf der zwölften Schwangerschaftswoche mitgeteilt werden.

Print Friendly
top